Vater werden: die ersten Jahre

Vater zu werden ist kein Ereignis, das an einem Tag passiert. Es ist ein Prozess, der Monate vor der Geburt beginnt und der viele Männer stärker trifft, als sie erwartet haben. Die meisten Väter, mit denen ich arbeite, erzählen mir dasselbe: Sie haben sich auf das Kind gefreut, sie haben Möbel aufgebaut und Elternzeit beantragt, und dann standen sie in den ersten Wochen neben einer Situation, für die sie keine Sprache hatten.

Ich glaube, das hat weniger mit fehlender Liebe zu tun als mit fehlender Vorbereitung auf das Innere. Wir bereiten Väter auf die Organisation vor, nicht auf die Erschütterung. Auf dieser Seite sammle ich die Texte, die dabei helfen, in den ersten Jahren nicht nur zu funktionieren, sondern in Beziehung zu gehen.

Die ersten Wochen: ankommen, statt nur zu helfen

Viele Väter erleben sich am Anfang als Assistenz. Sie machen den Haushalt, sie halten die Außenwelt fern, sie sind zuständig für alles, was nicht direkt mit dem Kind zu tun hat. Das ist gut gemeint und führt trotzdem oft dazu, dass die Bindung zum Kind später beginnt als nötig. Wie ein bewusster Start aussieht, habe ich in der Vaterrolle nach der Geburt aufgeschrieben. Und weil sich in dieser Zeit auch die Partnerschaft verschiebt, lohnt der Blick auf Streit nach der Geburt und auf die Frage, wie ihr Eltern werdet, ohne als Paar zu verschwinden.

Elternzeit, die etwas verändert

Elternzeit ist die wirksamste Investition in die Vater-Kind-Beziehung, die dieses Land Vätern anbietet, und sie wird trotzdem oft so genommen, dass sie wenig verändert: zwei Monate, gemeinsam mit der Partnerin, als verlängerter Urlaub. Was passiert, wenn du sie anders anlegst, beschreibe ich in Väter in der Elternzeit. Wie sich der Übergang ins Vatersein insgesamt anfühlt, steht in Vater werden, Vater sein.

Bindung entsteht im Alltag, nicht im Ausnahmezustand

Bindung ist kein Gefühl, das irgendwann eintritt. Sie entsteht aus vielen kleinen Momenten, in denen ein Kind erlebt: Der Mensch da reagiert auf mich. Was die Forschung dazu weiß und was das für Väter konkret bedeutet, habe ich in Bindungstheorie für Väter zusammengetragen. Für die Kleinkindzeit, in der viele Väter zum ersten Mal an ihre Grenzen kommen, ist Bindung stärken zum Kleinkind der passende Text. Und wie du im ganz normalen Tag präsent bleibst, wenn der Kopf woanders ist, steht in Präsenz im Alltag als Vater.

Dein eigener Weg, nicht die Kopie der Mutter

Ein Satz, den ich oft höre: „Meine Frau kann das einfach besser.“ Das klingt bescheiden und ist meistens falsch. Väter haben eigene Antennen für ihr Kind, sie benutzen sie nur seltener. Darum geht es in Nicht nur Mütter haben Instinkte. Und wenn du wissen willst, wie eine Haltung aussieht, die weder autoritär noch beliebig ist, dann führt bedürfnisorientiertes Vatersein tiefer.

Wo du weiterlesen kannst

Alle Texte zu diesem Bereich findest du gesammelt in den Kategorien Vater-Kind-Beziehung und Haltung. Wenn du lieber hörst als liest: Im Vaterherz Podcast spreche ich regelmäßig über genau diese Jahre. Und wenn du dir jemanden an die Seite wünschst, der mit dir schaut, statt dir zu sagen, wie es geht, dann ist das Vaterherz® Jahresmentoring der Ort dafür.