Nach einem Vortrag in einem Unternehmen kam ein Abteilungsleiter auf mich zu, Ende vierzig, zwei Kinder, und sagte: „Ich habe in zwanzig Jahren hier noch nie erlebt, dass jemand vorne über Väter spricht, als wäre das ein Thema für uns.“ Ich glaube, dieser Satz erklärt besser als jede Statistik, warum ein Speaker für moderne Vaterschaft in Organisationen inzwischen gebucht wird. Väter sind in fast jedem Team, in fast jeder Verwaltung, an jeder Hochschule. Über sie wird nur selten gesprochen.
Dabei zerreißt es viele Männer zwischen dem, was ihr Job von ihnen erwartet, und dem, was sie zu Hause sein wollen. Sie nehmen zwei Monate Elternzeit statt zwölf, sie gehen früher aus dem Meeting, ohne zu sagen, warum, und sie tragen einen Teil des Mental Load, über den in der Kaffeeküche niemand redet. Wenn Sie Personalverantwortung haben, kennen Sie diese Männer. Vielleicht sind Sie einer davon.
In diesem Beitrag beschreibe ich, was ein Vortrag über Vaterschaft in einer Organisation tatsächlich bewegt, woran Sie einen guten Speaker für dieses Thema erkennen, welche Botschaften bei Männern ankommen und wie ich selbst arbeite, wenn ich als Keynote Speaker in Unternehmen, Kommunen oder Hochschulen stehe.
Das Wichtigste in Kürze
- Väter sind in Organisationen eine große, stille Gruppe. Ein Vortrag macht sie sichtbar und gibt ihnen die Erlaubnis, über Vereinbarkeit zu sprechen, ohne als weniger belastbar zu gelten.
- Ein guter Speaker für moderne Vaterschaft bringt eigene Erfahrung, fachliche Tiefe und die Sprache der Männer mit. Appelle und Ratgebertipps bewegen nichts.
- Die Wirkung entscheidet sich nach dem Applaus: an Führungskräften, die selbst als Väter sichtbar werden, und an Strukturen, die Präsenz in der Familie nicht bestrafen.
- Ich spreche seit 2018 mit Vätern und seit einigen Jahren über sie, in über 150 Vorträgen und Workshops. Was ich auf die Bühne bringe, kommt aus dieser Begleitung.
Inhaltsverzeichnis
Warum Väter in Organisationen ein Thema sind
Wenn ich in einem Unternehmen anfange, frage ich gern in die Runde, wer von den Anwesenden Kinder hat. Es gehen viele Hände hoch. Dann frage ich, wer schon einmal ein Gespräch mit der eigenen Führungskraft darüber geführt hat, was das für den Arbeitsalltag bedeutet. Die Hände gehen wieder runter, und zwar fast alle. Väter sind in Organisationen eine große Gruppe, aber sie sind keine sichtbare. Sie stellen keine Forderungen, sie gründen keine Netzwerke, sie regeln das, wie sie vieles regeln: allein und leise.
Das hat Folgen, die Sie in Ihren Zahlen wiederfinden, auch wenn sie dort nicht so heißen. Männer, die zwischen Erwartung und Wunsch zerrieben werden, arbeiten angespannter, fallen häufiger aus und wechseln eher den Arbeitgeber, sobald jemand anderes ihnen glaubhaft macht, dass Familie dort keinen Karriereknick bedeutet. Ich glaube, wir unterschätzen immer noch massiv, wie viel Energie in Organisationen darauf verwendet wird, ein Familienleben zu verstecken.
Vom Ernährer zum Vater, der da ist
Die meisten Männer, die heute Väter werden, sind mit einem Vaterbild aufgewachsen, das sie selbst nicht wiederholen wollen: der Ernährer, der abends müde nach Hause kommt und am Wochenende Zeit hat, wenn es gut läuft. Sie wollen mehr, und viele sagen mir das mit erstaunlicher Klarheit. Was ihnen fehlt, sind Vorbilder im eigenen Umfeld und die Erlaubnis, das laut zu sagen. Ein Vortrag kann diese Erlaubnis geben, weil er das Thema aus der privaten Ecke holt und in den Raum stellt, in dem die Entscheidungen fallen.
Was das mit der nächsten Generation zu tun hat
Der Grund, warum ich dieses Thema so hartnäckig in Unternehmen und Verwaltungen trage, liegt allerdings nicht in den Kennzahlen. Er liegt bei den Kindern. Was Kinder in den ersten Lebensjahren von ihren Vätern bekommen oder eben nicht bekommen, wirkt über Jahrzehnte, in ihrer Fähigkeit, sich zu regulieren, in ihrem Selbstwert, in dem Bild, das sie später selbst von Männern haben. Das klingt weit hergeholt für eine HR-Konferenz. Ist es nicht. Jeder Vater in Ihrem Team, der abends präsent nach Hause kommt, ist ein Beitrag zu etwas, das größer ist als Ihre Organisation.
Was einen guten Speaker für Väterthemen ausmacht
Über Vaterschaft kann man auf zwei Arten sprechen: von oben herab, mit Studien und Appellen, oder von innen, mit eigener Geschichte und dem, was man in vielen Gesprächen mit Männern gelernt hat. Nur die zweite Art bewegt etwas. Männer merken innerhalb von zwei Minuten, ob jemand weiß, wovon er redet, und sie schalten ab, wenn sie belehrt werden. Ein guter Speaker für moderne Vaterschaft bringt deshalb beides mit: eine eigene Vatergeschichte, in der auch das Scheitern vorkommt, und eine fachliche Tiefe, die über Alltagstipps hinausgeht.
Erfahrung, die man hören kann
Ich habe seit 2018 über 1.000 Väter und Paare begleitet, als systemischer Familien- und Paarberater (DGSF), in Seminaren und im Jahresmentoring. Aus dieser Begleitung kommt fast alles, was ich auf der Bühne sage. Die Geschichten sind anonymisiert, aber sie sind echt, und das hört man. Wenn ich davon erzähle, wie ein Mann zum ersten Mal ausspricht, dass er seine Kinder liebt und ihren Alltag trotzdem kaum kennt, wird es im Saal still. Diese Stille ist der Moment, in dem ein Vortrag anfängt zu wirken.
Die Sprache der Männer, ohne Klischees
Väter erreicht man nicht mit Betroffenheitsrhetorik, aber auch nicht mit Bier-und-Bollerwagen-Humor. Es braucht einen Ton, der Männer ernst nimmt, ohne sie zu schonen. Ich spreche unbequeme Dinge an, die Prägung aus der eigenen Kindheit, die Wut, die viele als einziges Gefühl gelernt haben, die Sicherheit, die ein Vater seinem Kind geben muss, bevor er Freund sein kann. Und ich weiß, dass das unbequem klingen kann. Genau deshalb bleibt es hängen.
Der Transfer in die Organisation
Ein Vortrag über Vaterschaft ist im Unternehmen nur dann mehr als ein netter Programmpunkt, wenn er die Brücke zur Arbeit schlägt. Das, was ein präsenter Vater lernt, ist dasselbe, was gute Führung braucht: aushalten, zuhören, Sicherheit geben, Konflikte tragen, ohne laut zu werden. Wer diesen Zusammenhang auf der Bühne sichtbar macht, gibt Führungskräften einen Grund, das Thema nicht an die Personalabteilung zu delegieren.
Kernbotschaften, die bei Männern ankommen
Was ich in Keynotes und Fachvorträgen sage, hat sich über die Jahre verdichtet. Es sind wenige Botschaften, und sie sind einfacher, als man denkt. Sie wirken, weil sie etwas benennen, das viele Männer spüren und wofür ihnen die Worte fehlen.
Funktionieren ist keine Vaterschaft
Die meisten Väter, die zu mir kommen, funktionieren hervorragend. Sie liefern im Job, sie erledigen zu Hause, was zu erledigen ist, und sie sind innerlich abwesend. Ich nenne das den Autopiloten. Die erste Botschaft ist deshalb: Da sein heißt, wirklich da zu sein, mit Aufmerksamkeit, mit Gefühl, mit dem Handy in der Schublade. Was das im Alltag konkret bedeutet, habe ich in Radikale Vaterschaft: Da sein, wenn es zählt beschrieben.
Mental Load ist auch ein Väterthema
Die zweite Botschaft überrascht viele Zuhörerinnen: Väter, die sich wirklich einbringen, tragen einen eigenen Mental Load, und sie tragen ihn meist ohne Sprache dafür. Die Kita-Abholung, der Kinderarzt, die Frage, wer am Donnerstag zu Hause bleibt, das läuft im Kopf mit, während im Meeting die Zahlen präsentiert werden. Wer das in einer Organisation benennt, nimmt Vätern die Scham und Müttern das Gefühl, mit dem Thema allein zu sein.
Die eigene Prägung entscheidet mehr als jeder Ratgeber
Die dritte Botschaft ist die unbequemste: Wie ein Mann Vater ist, hängt weniger von seinen Vorsätzen ab als von dem, was er selbst als Kind bekommen hat. Wer als Junge gelernt hat, dass Gefühle Schwäche sind, wird als Vater nicht plötzlich weich, nur weil er es sich vornimmt. Diese Prägung anzuschauen ist der eigentliche Weg vom Macher zum Begleiter, und er beginnt oft mit einem einzigen Satz, den ein Mann zum ersten Mal laut ausspricht.
Was ein Vortrag in der Organisation bewegt
Ich werde oft gefragt, was nach dem Vortrag bleibt. Meine ehrliche Antwort: Das hängt weniger von mir ab als von dem, was Sie danach zulassen. Ein Vortrag öffnet einen Raum. Ob er offen bleibt, entscheiden Führungskräfte und Strukturen.
Führungskräfte als Vorbilder
Die stärkste Wirkung, die ich nach Keynotes erlebt habe, ging nie von mir aus. Sie ging von einem Geschäftsführer aus, der in der anschließenden Runde sagte, dass er seine Tochter mittwochs selbst aus der Kita holt und dafür das Meeting verschiebt. Von diesem Moment an hatten alle Männer im Raum eine Erlaubnis, die sie vorher nicht hatten. Wenn Sie einen Vortrag zu Vaterschaft buchen, ist die wichtigste Frage deshalb, welche Führungskraft danach als Vater sichtbar wird.
Strukturen, die Präsenz nicht bestrafen
Die zweite Wirkung ist leiser und dauert länger: Elternzeit, die für Männer nicht als Karrierepause gelesen wird, Teilzeitmodelle, die auch in Führungspositionen möglich sind, Meetings, die nicht um 17 Uhr beginnen. Ein Vortrag ersetzt diese Strukturen nicht, aber er liefert die Begründung, warum sie sich lohnen. Was Väter dafür selbst tun können, ohne auf die Organisation zu warten, steht in Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter.
Was nach dem Applaus passieren kann
Manche Organisationen belassen es bei der Keynote, und das ist in Ordnung. Andere hängen einen Workshop mit den Vätern an oder schicken einzelne Männer in ein Väterseminar am Wochenende, wo aus dem Impuls eine Erfahrung wird. Für Kommunen, Träger und Hochschulen gibt es daneben Fachvorträge, die sich an Fachkräfte richten, die mit Vätern arbeiten. Welche Form passt, klären wir am besten in einem kurzen Gespräch über Ihre Veranstaltung.
Wie ich als Speaker arbeite
Ich bin Väterexperte, Keynote Speaker und Autor, und ich arbeite allein. Das heißt: Wer mich anfragt, spricht mit mir, und wer mich bucht, bekommt auf der Bühne den, mit dem er vorher telefoniert hat. Seit 2018 begleite ich Väter und Paare, seit einigen Jahren stehe ich zusätzlich vor Unternehmen, Kommunen, Trägern und an mehr als 35 Hochschulen, insgesamt in über 150 Vorträgen und Workshops. 2021 ist mein Buch „Up to Dad“ bei Beltz erschienen, am 5. Oktober 2026 folgt „Radikal Vater sein“ bei Versus/Vahlen, mit 24 Schlüsseln in den vier Dimensionen Selbst, Familie, Beruf und Gesellschaft. Die 24 Schlüssel sind auch der Kern meiner Keynotes für Unternehmen.
Auf der Bühne erzähle ich keine graue Theorie, und ich verteile keine Tipps. Ich erzähle, was ich bei Männern gesehen habe, und ich stelle Fragen, die im Saal nachwirken: Wer will ich als Vater sein? Was habe ich selbst bekommen, und was gebe ich weiter? Warum fällt es mir so schwer, im Büro zu sagen, dass ich um 16 Uhr gehen muss? Ich verbinde das mit dem, was die Forschung über Bindung und Väter weiß, und mit der Frage, was Ihre Organisation davon hat, wenn ihre Väter präsent sind.
Formate: Keynotes für Unternehmen und Verbände, Fachvorträge für Kommunen, Träger und Hochschulen, Impulse für Gesundheitstage und Führungskräftetagungen, auf Wunsch mit anschließendem Workshop. Präsenz oder online. Wenn Sie eine Veranstaltung planen, schreiben Sie mir über die Kontaktseite mit Anlass, Zielgruppe und Termin. Sie bekommen einen konkreten Vorschlag mit Thema, Dauer und Honorar. Was andere Veranstalter über die Zusammenarbeit sagen, finden Sie unter Referenzen.
Häufig gestellte Fragen zum Speaker für moderne Vaterschaft
Was macht ein Speaker für moderne Vaterschaft in einem Unternehmen?
Er holt ein Thema auf die Bühne, das in Organisationen fast nie ausgesprochen wird: wie Männer Vater sein wollen, was sie daran hindert und was das für die Arbeit bedeutet. Ein guter Vortrag gibt Vätern Sprache und Erlaubnis, gibt Führungskräften einen Grund, selbst sichtbar zu werden, und liefert der Organisation die Begründung für Strukturen, die Familie nicht bestrafen.
Für welche Anlässe passt ein Vortrag über Vaterschaft?
Für Gesundheitstage, Führungskräftetagungen, Diversity- und Vereinbarkeitswochen, Firmenjubiläen, Fachtage von Trägern und Kommunen, Ringvorlesungen und Hochschultage. Überall dort, wo Väter im Raum sitzen und bisher niemand über sie gesprochen hat.
Wie lange dauert eine Keynote, und was kostet sie?
Das richte ich am Rahmen aus: Ein Impuls auf einem Gesundheitstag ist kürzer als eine Keynote mit anschließendem Gespräch. Sie schildern mir Anlass, Zielgruppe und Termin, und Sie bekommen einen konkreten Vorschlag mit Thema, Dauer und Honorar.
Geht das auch online?
Ja. Ich halte Vorträge und Impulse auch per Zoom oder Teams, etwa als Lunch-Impuls oder für Teams an mehreren Standorten. Der Vorteil ist die Reichweite, der Nachteil die fehlende Stille im Saal. Wenn es um Kulturwandel geht, empfehle ich Präsenz.
Was kommt nach dem Vortrag?
Auf Wunsch ein Workshop mit den Vätern Ihrer Organisation, ein Väterseminar am Wochenende für einzelne Männer oder eine Fortbildung für Fachkräfte, die mit Vätern arbeiten. Vieles davon läuft über die Vaterherz® Akademie. Nichts davon ist Voraussetzung; manche Organisationen belassen es bei der Keynote, und auch die bewegt etwas.
Woran erkenne ich, ob ein Speaker zum Thema Vaterschaft glaubwürdig ist?
An drei Dingen: Er spricht aus eigener Erfahrung als Vater, auch über das, was schiefgegangen ist. Er hat mit vielen Vätern gearbeitet und kennt ihre Muster, nicht nur die Studienlage. Und er spricht die Sprache der Männer, ohne sie zu schonen und ohne sie zu verspotten.
Wie kann ich Carsten Vonnoh als Speaker anfragen?
Über die Kontaktseite auf carstenvonnoh.de, mit Anlass, Zielgruppe, Ort und Termin. Ich melde mich persönlich, wir klären den Rahmen, und Sie bekommen ein Angebot. Es gibt kein Büro dazwischen.
Was Väter am Arbeitsplatz zurückhält, beginnt oft lange vor dem Job: bei der Frage, wie viel Gefühl ein Mann seinem Kind zeigen darf. Warum Kinder daran wachsen, wenn Väter sich zeigen, habe ich in Gefühle zeigen als Vater beschrieben.







