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	<title>Partnerschaft &#8211; Carsten Vonnoh</title>
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	<description>Väter in Verantwortung</description>
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	<title>Partnerschaft &#8211; Carsten Vonnoh</title>
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		<title>Trennung oder neue Nähe? Zehn ehrliche Gründe, warum Eltern sich verlieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[s.goymann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 May 2025 19:20:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe in meiner eigenen Geschichte und in der Arbeit mit Paaren gelernt: Trennung passiert selten von heute auf morgen. Sie beginnt leise. Mit einem Gefühl von Abstand, das sich langsam ausbreitet. Mit Gesprächen, die kürzer werden. Mit Blicken, die ausweichen. Mit. Frust &#38; Vorwurf, der selten den richtigen Ton findet. Und irgendwann taucht sie [&#8230;]]]></description>
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<p>Ich habe in meiner eigenen Geschichte und in der Arbeit mit Paaren gelernt: Trennung passiert selten von heute auf morgen. Sie beginnt leise. Mit einem Gefühl von Abstand, das sich langsam ausbreitet. Mit Gesprächen, die kürzer werden. Mit Blicken, die ausweichen. Mit. Frust &amp; Vorwurf, der selten den richtigen Ton findet.</p>



<p>Und irgendwann taucht sie auf, die Frage: Ist das noch Liebe oder nur noch Verantwortung? Sind wir noch ein Paar oder nur noch ein Team, das den Alltag organisiert?</p>



<p>Diese Frage ist kein Zeichen von Aufgeben. Sie ist ein Weckruf, für Dich und eure ganze Familie. Und sie verdient einen ehrlichen Blick. Nicht, um Schuld zu verteilen, sondern um zu verstehen, was wirklich zwischen uns steht. In meiner Arbeit mit Vätern und Paaren tauchen immer wieder ähnliche Themen auf.</p>



<p>Hier sind zehn Gründe, die ich immer wieder höre, bewusst ohne Schuldzuweisung, damit wir die Dynamik und unseren Anteil daran sehen können:</p>



<h2 class="wp-block-heading">1.  Wir reden kaum noch miteinander.</h2>



<p>Was zu Beginn leicht war, ist mühsam geworden. Gespräche, die früher von Neugier, Lebendigkeit oder Humor getragen waren, drehen sich heute um Termine, Tagespläne, Verantwortung. Und irgendwann geht nicht nur die Sprache verloren, sondern auch das Gefühl, gesehen zu werden. Die Pausen zwischen den Worten werden länger, der Blick für das Gegenüber stumpfer. Was bleibt, ist oft ein funktionierendes Gerüst. Schlechtes Gewissen und Überforderung. Aber das, was das Ganze einmal getragen hat, fehlt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. <strong>Wir verletzen uns immer wieder auf dieselbe Weise.</strong> </h2>



<p>Es braucht nur Wort, einen Blick, einen Tonfall – und schon sind wir wieder in der Schleife. Nicht unbedingt laut, aber irgendwie respektlos. Die gegenseitigen Kränkungen treffen tief, auch wenn der Anlass banal erscheint. Was einen trifft, ist nicht das Gesagte, sondern das, was sich darin widerspiegelt: alte Vorwürfe, ungelöste Enttäuschungen, der stumme Vorwurf, dass sich nichts verändert. Und obwohl wir das alles nicht wollen, passiert es doch. Immer wieder. Und nicht selten übergeben wir dem anderen dafür die Verantwortung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. <strong>Wir sind Eltern, aber kein Paar mehr.</strong></h2>



<p>Das Leben dreht sich um die Kinder, um ihre Bedürfnisse, ihren Alltag. Und irgendwo auf diesem Weg haben wir uns aus dem Blick verloren. Wir funktionieren, irgendwie gemeinsam. Aber das, was einmal nur uns beide verbunden hat, ist kaum noch greifbar. Kein Flirten, keine Berührung, keine Gespräche über das, was euch wirklich bewegt. Was bleibt, ist eine Arbeitsgemeinschaft Familie. Und das Gefühl, dass etwas Wertvolles verloren gegangen ist. Und das ist etwas, was nicht einfach so passiert, sondern wo wir aufgehört haben, zu gestalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. <strong>Ich fühle mich alleine mit allem.</strong></h2>



<p>Es ist nicht immer, dass der andere nichts macht. Es ist das Gefühl, mit vielem allein zu sein. Mit der Verantwortung, mit den Gedanken, mit dem inneren Stress, vielleicht auch dem Ärger und der Angst. Dass wir das Gefühl haben können, dass es niemanden interessiert, wie es mir wirklich geht. Dass es normal ist, alles zu halten, ohne Rückmeldung, ohne echtes Mittragen. Und diese Einsamkeit, während man gleichzeitig gemeinsam lebt, ist zermürbend. Und doch ein Ergebnis von dem, was wir beide bisher nicht ehrlich und klar kommunizieren konnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. <strong>Unsere Gespräche enden fast immer im Streit oder im Nichts.</strong></h2>



<p>Die Worte sind vielleicht da, aber sie kommen beim anderen kaum an. Oder wir verstehen uns immer falsch. Es ist, als würde man in zwei verschiedenen Sprachen sprechen. Und weil das so mühsam ist, Reden wir weniger, obwohl wir wissen, dass es eigentlich mehr bräuchte. Wir sparen alles aus, was auch nur ansatzweise schwierig werden könnte. Denn Druck haben wir genug. Und unser Schweigen wird zur Schutzmaßnahme. Nur dass darunter nichts mehr gelöst wird. Es staut sich, es verengt sich. Und irgendwann gibt es kaum noch echten Kontakt. Obwohl der immer noch möglich wäre.</p>



<h2 class="wp-block-heading">6. <strong>Es fühlt sich an wie Kampf statt wie Beziehung.</strong></h2>



<p>Wenn ich die Familienatmosphäre wirklich wahrnehme, merke ich: Alles ist angespannt. Auch wenn keiner laut wird. Es ist ein unterschwelliges Ringen um Anerkennung, um Einfluss, um Gerechtigkeit. Jede Entscheidung, jede Bitte kann als Angriff empfunden werden. Es geht nicht mehr ums Miteinander, sondern um Positionen. Und wer am meisten nachgibt, fühlt sich irgendwann nur noch klein. Was früher Leichtigkeit hatte, hat heute vielleicht eher mit Misstrauen und Überforderung zu tun. Wo können wir den Druck herausnehmen, den Kampf für einen Moment ruhen lassen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">7. <strong>Wir sind nicht mehr auf Augenhöhe.</strong></h2>



<p>Ob durch Kinder, unseren Beruf, Krankheit oder andere Faktoren – es hat sich etwas verschoben. Einer fühlt sich überlegen, der andere abgehängt. Oder einer schweigt, während der andere dominiert. Immer wieder sehe ich einen großen, unterschied in der Kompetenz zwischen Elternteilen. Und diese Asymmetrie nagt. Nicht, weil alles immer gleich sein muss. Sondern weil der Respekt dadurch weniger werden kann. Die Wahrnehmung des anderen als erwachsenen, gleichwertigen Menschen, nicht als Problem oder gar drittes Kind. In einer Paardynamik haben wir beide Einfluss auf unseren Platz in der Familie und den Raum des anderen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">8. <strong>Es ist kein Raum mehr für Leichtigkeit &amp; Miteinander</strong></h2>



<p>Der Alltag ist nur noch getaktet, erschöpfend, funktional. Alles hat ein Ziel, eine Struktur, eine Aufgabe. Aber das Spielerische, das Überraschende, das Nicht-Zielgerichtete fehlt. Niemand scheint Kraft oder Lust zu haben, auf den anderen zu zugehen. Miteinander zu spielen, wirklich in erwartungsfreien Kontakt zu kommen. Dabei ist genau das, was so fehlt: Leichtigkeit, die Beziehung nicht belastend macht, sondern lebendig. Und wir sind es, die die Rahmenbedingungen für unseren Alltag jeden Tag bestimmen, bzw. von anderen bestimmen lassen. Wir sind es, die sich bisher nicht erlaubt haben, sich wirklich Raum für uns selbst zu nehmen, oder für uns als Paar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">9. <strong>Ich bin wütend. Und ich weiß nicht mehr genau, warum.</strong></h2>



<p>Die Wut ist da. Manchmal nur als Gereiztheit. Manchmal als stiller Groll. Und wenn wir ehrlich sind, richtet sie sich nicht nur gegen den anderen, sondern auch gegen uns selbst. Weil wir wissen, dass es anders sein könnte. Weil wir so vieles nicht gesagt, nicht verteidigt, nicht gefordert haben. Weil wir irgendwann aufgehört haben, uns selbst wichtig zu nehmen. Und jetzt steht all das Ungesagte zwischen uns und dem anderen. Und es ist schwer, da durchzukommen. Doch ein kleiner Moment von ehrlicher Verletzlichkeit kann neue Türen für euch öffnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>10. Ich will einfach nicht mehr kämpfen.</strong></h2>



<p>Die Müdigkeit ist gerade größer als die Hoffnung. Wir haben so oft versucht, etwas zu ändern. Gespräche geführt, uns angepasst, konfrontiert, versöhnt. Und irgendwann fühlt es sich nicht mehr nach Beziehung an, sondern nach ständig Gegeneinander. Nicht immer gleich sichtbar. Aber immer kraftzehrend, meistens unfair. Und die Vorstellung von Trennung ist nicht mehr nur Bedrohung, sondern wirkt wie der letzte Versuch, wieder atmen zu können – auch wenn der Wunsch nach einem anderen Weg vielleicht noch da ist. Und wir haben eine Ahnung, dass die Gefühle, die in uns ausgelöst werden, vielleicht mehr mit unserer Vergangenheit und unseren Mustern zu tun haben, als wir uns eingestehen wollen. Und so kann der Blick auf uns selbst und aus dem Kampf heraus zugehen, ein besseres Verständnis für mich selbst, aber auch unsere Beziehung geben. Und Ansätze, ein neues Miteinander zu gestalten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--50);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--50)"/>



<p>Trennung ist kein Versagen. Aber sie ist auch nicht immer die einzige Möglichkeit. Manchmal hilft es, genau hinzusehen, bevor man etwas beendet, das wir vielleicht noch nicht richtig verstanden haben. Manchmal liegt unter der Erschöpfung nicht das Ende, sondern der Wunsch, nicht mehr so weiterzumachen wie bisher. Und vielleicht ist genau das der erste Schritt in eine neue Form von Verbindung – ob miteinander oder nebeneinander.</p>



<p><strong>P.S.</strong>&nbsp;Ich habe die&nbsp;<em><a href="https://vaterherz.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vaterherz® Masterclasses</a></em>&nbsp;für Mütter und Väter entwickelt, um genau diese Zwischenräume wieder zu öffnen: Damit wieder Gespräch statt Kampf möglich wird. Und Klarheit statt stummem Nebeneinander. Wenn du das Gefühl hast, da ist noch etwas, das gesehen werden will, bevor du eine Entscheidung triffst, dann könnte das der richtige Ort dafür sein.</p>
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		<title>Nicht meine Männerwelt. Warum Vaterarbeit nichts mit der Manosphere zu tun hat – und was wir wirklich brauchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[s.goymann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2025 10:19:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich arbeite mit Vätern, mit Müttern, mit Paaren. Ich arbeite mit Menschen, die Verantwortung für sich und ihre Beziehungen übernehmen wollen – auch dann, wenn sie nicht wissen, wie das eigentlich geht. Meine Arbeit ist dem besseren Verständnis von uns selbst, unseren Emotionen, intergenerationalen und kollektiven Traumata gewidmet. Sie ist eine Einladung, unsere eigenen Prägungen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich arbeite mit Vätern, mit Müttern, mit Paaren. Ich arbeite mit Menschen, die Verantwortung für sich und ihre Beziehungen übernehmen wollen – auch dann, wenn sie nicht wissen, wie das eigentlich geht. Meine Arbeit ist dem besseren Verständnis von uns selbst, unseren Emotionen, intergenerationalen und kollektiven Traumata gewidmet. Sie ist eine Einladung, unsere eigenen Prägungen und Schutzstrategien zu erkennen, ohne darin stecken zu bleiben. Und trotz all der unbewussten Verletztheit, die wir mitbringen – ich glaube zutiefst daran, dass mehr gegenseitiges Sehen, mehr Miteinander, mehr Menschlichkeit möglich ist.</p>



<p>Ich spreche mit Männern über Schuld, Verantwortung, Angst. Über Wut, Scham, Sehnsucht. Ich begleite sie, wenn sie als Väter Herausforderungen erleben. Wenn ihre Beziehung zerbricht. Wenn sie nicht wissen, wie sie in dieser Welt noch Mann sein sollen – ohne hart zu werden, ohne sich selbst zu verlieren. Wenn sie sich bewusst dafür entscheiden, sich weiterentwickeln zu wollen.</p>



<p>Und doch höre ich es manchmal: „Na ja, das ist ja dann wie diese Männerrechtsbewegung.“ Oder: „Das klingt irgendwie nach Manosphere.“</p>



<p>Nein. Das ist es nicht. Und es ist wichtig, das klar zu sagen. Denn so viel es auch an berechtigtem Schmerz und berechtigten Anliegen in der Männerarbeit gibt – es macht einen Unterschied, wie ich darüber spreche. Und wofür ich stehe.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die falschen Brüder</strong></h2>



<p>Die sogenannte Manosphere – also jene lose Szene aus Podcastern, Foren, Influencern und Online-Coaches, die sich als Sprachrohr „für Männer“ sehen – macht laut auf sich aufmerksam. Sie verspricht einfache Antworten in einer komplexen Welt. Oft auf Kosten anderer. Oft gegen Frauen. Oft gegen die Idee von Gleichwertigkeit selbst.</p>



<p>Natürlich ist da Schmerz. Natürlich fühlen sich viele Männer nicht gesehen. Natürlich tragen viele von uns tiefe Wunden aus ihrer Kindheit, aus ihrer Biografie, aus einem System, das ihnen das Herz abtrainiert hat. Aber was in der Manosphere oft passiert, ist keine wirkliche Heilung. Es ist eine Umlenkung des Schmerzes in Verachtung. Eine Verstärkung alter Muster, die doch genau das hervorgebracht haben, worunter Männer – und Frauen – seit Generationen leiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum meine Arbeit das Gegenteil ist</strong></h2>



<p>Meine Arbeit ist nicht laut. Sie ist nicht aggressiv. Sie ist nicht stolz darauf, besser, härter oder überlegener zu sein. Sie ist leise. Verletzlich. Echt.</p>



<p>Ich arbeite mit Männern, die endlich fühlen wollen. Die sich ihrer Wut stellen. Die nicht mehr andere für ihr Scheitern verantwortlich machen wollen – sondern verstehen, wie sie selbst unbewusst dazu beigetragen haben. Ich arbeite mit Vätern, die nicht mehr kämpfen wollen, sondern verbinden. Die ihre Kinder nicht kontrollieren, sondern begleiten möchten. Die ihre Partnerinnen nicht abwerten, sondern auf Augenhöhe sehen lernen. Auch dann, wenn es schwierig ist. Auch dann, wenn alte Muster hochkommen. Auch dann, wenn sie Angst haben, nicht zu genügen.</p>



<p>Und ich arbeite mit dem Wissen: Männer haben in dieser Welt Gewalt ausgeübt. Systematisch. Über Jahrtausende. Männer haben Kriege geführt. Frauen unterdrückt und ermordet. Kinder geschlagen. Gefühle ausgelöscht. Die Erde ausgebeutet. Das ist nicht die Schuld jedes Einzelnen. Aber es ist meine – und unsere – kollektive Verantwortung, jetzt etwas anderes zu tun.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der gefährliche Reiz der Vereinfachung</strong></h2>



<p>Die Manosphere tut oft so, als ginge es darum, Männern „ihre Rechte“ zurückzugeben. Als müssten sie sich „gegen den Feminismus verteidigen“. Als wäre Gleichberechtigung eine Bedrohung – und nicht das größte Geschenk, das wir unseren Kindern machen können.</p>



<p>Sie reproduziert genau das Denken, das unsere Gesellschaft in die Sackgasse geführt hat: Dominanz. Kontrolle. Konkurrenz. Misstrauen. Härte. Und sie macht damit nicht nur Frauen Angst. Sondern auch den Männern selbst.</p>



<p>Ich glaube, dass wir stattdessen etwas ganz anderes brauchen: Verbindung. Ko-Regulation. Ehrlichkeit. Demut. Reife. Die Fähigkeit, zu trauern. Und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – für das, was wir tun, und für das, was wir unterlassen. Ich glaube an die Kraft der Selbstreflexion, an die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte, mit unseren Prägungen, Mustern, Schatten. Ich halte Ambiguitätstoleranz für entscheidend: die Fähigkeit, nicht alles sofort in gut oder böse, richtig oder falsch einteilen zu müssen. Und ich glaube an eine gelebte Fehlerkultur – nicht als Freifahrtschein, sondern als Einladung, uns in unserer Unvollkommenheit ernst zu nehmen und gemeinsam zu wachsen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es geht um etwas Tieferes</strong></h2>



<p>Ich glaube nicht an männliche Überlegenheit. Und ich glaube auch nicht daran, dass wir mit einer bloßen Umkehr der Machtverhältnisse gerechter würden. Ich weiß, dass Männer in patriarchalen Strukturen historisch und bis heute systemisch bevorzugt werden. Aber ich glaube, dass wir nicht durch Gegenmacht in Beziehung kommen – sondern durch echte Augenhöhe.</p>



<p>Ich sehe, dass Männer Wunden tragen, die kaum jemand sieht. Respektlosigkeit &amp; Erniedrigung. Emotionale Vernachlässigung und tiefe Einsamkeit. Massive Gewalt oder subtile Formen davon. Eine Sozialisation, die Gefühle abspaltet und Versagen mit Scham belegt. Und ich sehe, dass Frauen Wunden tragen, die nicht einfach heilen – weil sie viel zu lange kleingeredet wurden: Übergriffe. Ohnmacht. Angst vor männlicher Gewalt. Immer noch. Und genau deshalb brauchen wir Räume, in denen wir beides halten können. Ohne in Schuldzuweisungen zu verharren oder individuelle Heilung mit struktureller Schuld zu verwechseln. Aber mit Klarheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Unterschied ist Beziehung</strong></h2>



<p>Wenn Du ein Angebot von mir nutzt, in ein Vaterherz-Seminar oder einen Online-Kurs, wirst du nicht lernen, wie du „die Kontrolle zurückgewinnst“. Du wirst lernen, dich selbst besser zu verstehen, zu spüren. Du wirst eingeladen, deiner Geschichte zu begegnen – und denen, die du liebst, mit weniger Panzerung und mehr Präsenz zu begegnen.</p>



<p>Das ist nicht schwach. Das ist das Schwerste überhaupt.</p>



<p>Du wirst nicht hören, dass „die Frauen“ das Problem sind. Sondern dass es deine Aufgabe ist, deine eigenen Dämonen nicht auf andere zu projizieren. Du wirst lernen, mit dir selbst und anderen respektvoll umzugehen. Und du wirst erleben, dass wahre Empathie und echte Präsenz das Fundament einer starken Vaterschaft und Partnerschaft sind.</p>



<p>Du wirst vielleicht das erste Mal erleben, wie viel Kraft es kostet – und schenkt –, wenn du deine Angst, deine Scham nicht mehr versteckst. Wenn du deine Verantwortung annimmst. Wenn du aufhörst, dich zu verteidigen – und anfängst, wirklich zu leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es geht um uns alle</strong></h2>



<p>Ich schreibe das nicht, um mich abzugrenzen. Ich schreibe es, weil ich weiß, wie viele Männer gerade suchen. Tasten. Scheitern. Und weil ich nicht will, dass sie dort landen, wo Härte wieder zur Rüstung wird und Machtspielchen wieder zur Antwort. Das haben wir lange genug probiert.</p>



<p>Ich schreibe es auch, weil ich weiß, wie viele Frauen sich nicht sicher fühlen. Nicht gesehen. Nicht gehört. Und ich glaube: Wenn Männer sich selbst wieder spüren – statt nur zu funktionieren –, wird diese Welt eine andere. Nicht sofort. Nicht perfekt. Aber Schritt für Schritt. Vater für Vater. Mann für Mann. Mensch für Mensch.</p>



<p>Wenn du willst, dass sich etwas ändert – fang bei dir an. Nicht bei denen, die dich wütend machen. Nicht bei denen, die dir widersprechen. Nicht bei denen, die dich verletzen.</p>



<p>Sondern da, wo du deine eigene Verletzung in Würde halten kannst. Und Verantwortung übernimmst – für dich. Für deine Kinder. Für die, die nach dir kommen.</p>



<p>Meine Räume sind kein Rückzugsort für beleidigte Männlichkeit. Es ist ein Übungsfeld für neue Verantwortung. Für Beziehung. Für Zukunft. Für echten Wandel.</p>



<p><em>→ Du willst tiefer einsteigen? Dann <a href="http://vaterherz.de/webinar-vaterherz" target="_blank" rel="noreferrer noopener">melde dich zu meinem kostenlosen Webinar an</a> oder <a href="https://carstenvonnoh.de/podcast/">höre in meinen Podcast</a> rein!</em></p>



<p><strong>P.S.:</strong>&nbsp;Wer in Männerarbeit nur einen Vorwand sucht, um andere abzuwerten, sich moralisch zu erheben oder aus alten Weltbildern neue Allianzen zu schmieden, ist bei mir nicht richtig. Ich grenze mich bewusst und klar von ideologischen Positionen ab, die trennen statt verbinden, hassen statt heilen oder die die Vergangenheit verklären, statt aus ihr zu lernen. Ich arbeite nicht für eine Re-Traditionalisierung, sondern für echte Beziehung, innere Reife und gesellschaftliche Verantwortung.</p>
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		<title>Eltern sein und Paar bleiben – Wie Beziehung auch im Familienalltag lebendig bleiben kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[s.schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2025 10:10:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mütter]]></category>
		<category><![CDATA[Väter]]></category>
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					<description><![CDATA[Eltern zu werden verändert alles. Nicht nur unseren Alltag, unser Schlafverhalten, unsere Routinen – sondern auch unsere Beziehung. Manche sprechen von einem Bruch, andere von einer neuen Tiefe. Die Wahrheit ist oft beides zugleich: Wir verlieren einander, während wir wachsen. Meistens, ohne es zu merken. Und wir kommen uns manchmal erst dann wirklich nah, wenn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eltern zu werden verändert alles. Nicht nur unseren Alltag, unser Schlafverhalten, unsere Routinen – sondern auch unsere Beziehung. Manche sprechen von einem Bruch, andere von einer neuen Tiefe. Die Wahrheit ist oft beides zugleich: Wir verlieren einander, während wir wachsen. Meistens, ohne es zu merken. Und wir kommen uns manchmal erst dann wirklich nah, wenn wir einander fremd geworden sind.</p>



<p>Ich schreibe diesen Text, weil ich weiß, wie viele Paare in genau diesem Spannungsfeld leben. Weil ich selbst erlebt habe, wie schwer es ist, sich nicht aus den Augen zu verlieren, wenn das Kind weint, die Wäsche wartet, der Job drückt und keiner mehr weiß, wann das letzte Mal Nähe war. Und weil ich glaube: Wir brauchen eine neue Ehrlichkeit. Und neue Räume – jenseits von Ratgeberfloskeln und Schuldgefühlen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beziehung beginnt da, wo keiner mehr funktionieren kann</strong></h2>



<p>Viele Paare geraten genau dann in Krisen, wenn sie anfangen, Verantwortung zu übernehmen. Wenn das erste Kind da ist. Wenn Schlaf fehlt, Intimität abbricht und Bedürfnisse immer nur hintenangestellt werden. Es ist ein Paradox: Wir wachsen über uns hinaus – und verlieren genau darüber unsere Verbindung. Obwohl wir es doch alle gut machen wollen…</p>



<p>Was ich in meiner Arbeit mit Paaren und Eltern immer wieder sehe: Es ist nicht das Kind, das trennt. Es ist nicht der Stress, der die Liebe kaputt macht. Es ist die fehlende Sprache für das, was wir erleben. Es ist der Mangel an Respekt für das, was der andere durchmacht. Und es ist die Angst, zu viel zu wollen – oder zu wenig zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was sich wirklich verändert, wenn wir Eltern werden</strong></h2>



<p>Die Ankunft eines Kindes verändert unsere Identität. Vater sein, Mutter sein – das ist keine neue Rolle, das ist eine Verschiebung unseres gesamten Selbstbildes. Und mit dieser Verschiebung verändert sich auch, wie wir lieben, wie wir kommunizieren, wie wir Grenzen setzen.</p>



<p>Plötzlich geht es nicht mehr nur um zwei Menschen. Sondern um ein Drittes. Um Verantwortung. Um geteilte Aufmerksamkeit. Um ein neues Gleichgewicht, das wir nicht gelernt haben.</p>



<p>Dabei stoßen viele Paare an ihre Grenzen, weil sie nie gelernt haben, mit diesen Spannungen umzugehen. Weil in ihrer eigenen Herkunftsfamilie Nähe an Bedingungen geknüpft war. Weil Liebe mit Anpassung verwechselt wurde. Oder weil Konflikt als Scheitern galt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was Paare oft nicht aussprechen</strong></h2>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Ich vermisse dich.“<br>„Ich fühle mich allein mit allem.“<br>„Ich weiß nicht mehr, ob du mich noch liebst.“</p>
</blockquote>



<p>Diese Sätze bleiben oft unausgesprochen. Weil niemand den anderen noch zusätzlich belasten will. Weil der Ton schon so gereizt ist. Weil es keine guten Vorbilder gab. Weil wir unbewusst gegeneinander kämpfen.</p>



<p>Stattdessen sprechen wir über To-dos. Über Windeln. Über Kita-Plätze. Über Termine. Und irgendwann nur noch über das, was nicht funktioniert.</p>



<p>Aber Liebe stirbt nicht durch Streit. Sie stirbt durch Gleichgültigkeit. Durch Sprachlosigkeit. Durch fehlende Zärtlichkeit im Alltag.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Alltag ist der Ort, an dem Beziehung lebt – oder stirbt</strong></h2>



<p>Was ich Eltern immer wieder mitgebe: Beziehung beginnt nicht im Urlaub oder am Paarabend. Beziehung beginnt in der Küche. Beim Windelwechsel. Beim Hinsehen, wenn der andere gerade am Limit ist. Beziehung braucht keine Inszenierung. Sondern Präsenz.</p>



<p>Präsenz bedeutet: Ich nehme wahr, wie es dir geht – auch wenn ich selbst kaum Kraft habe. Ich bleibe ansprechbar. Ich nehme dich ernst, auch wenn ich dich gerade nicht verstehe. Und: Ich mute mich selbst zu, statt mich abzuschotten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die größten Fallen im Beziehungsalltag junger Eltern</strong></h2>



<ol class="wp-block-list" start="1">
<li><strong>Vergleichen statt Verstehen.</strong>&nbsp;Wer macht mehr? Wer ist erschöpfter? Wer hat Recht? Solche Kämpfe haben selten einen Gewinner.</li>



<li><strong>Sich zurückziehen statt sprechen.</strong>&nbsp;Viele Männer schweigen. Viele Frauen erklären zu viel. Beide bleiben allein.</li>



<li><strong>Nur noch als Eltern funktionieren.</strong>&nbsp;Nähe und Begehren verschwinden, wenn wir uns nur noch als Team und nicht mehr als Liebespaar erleben.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was helfen kann – auch ohne Paartherapie</strong></h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Regelmäßige Check-ins.</strong>&nbsp;20 Minuten wöchentlich: Was war schön? Was war schwer? Was brauche ich?</li>



<li><strong>Bewusste Berührungen im Alltag.</strong>&nbsp;Nicht erst im Bett, sondern bei der Begrüßung, in der Küche, im Vorbeigehen.</li>



<li><strong>Fehlerkultur üben.</strong>&nbsp;Es ist nicht schlimm, sich zu streiten. Aber entscheidend ist, wie wir wieder zueinander finden.</li>



<li><strong>Weniger Richtig oder Falsch – mehr Beziehung.</strong>&nbsp;Die Frage ist nicht: Wer macht es besser? Sondern: Wie geht es dir – und wie geht es uns?</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was Kinder spüren, wenn die Eltern sich verlieren</strong></h2>



<p>Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Aber sie brauchen Eltern, die miteinander in Verbindung bleiben. Die Konflikte klären. Die sich entschuldigen können. Die Nähe leben – und Grenzen achten.</p>



<p>Wenn Kinder sehen, dass Liebe auch im Chaos bestehen kann, dass Nähe nicht aufhört, wenn es schwierig wird – dann lernen sie Beziehung. Dann lernen sie Bindung. Dann lernen sie: Ich darf echt sein. Und ich bin sicher.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wir brauchen neue Bilder von Elternschaft – und Partnerschaft</strong></h2>



<p>Nicht: Mutter opfert sich auf, Vater arbeitet durch.<br>Nicht: Einer zieht sich zurück, der andere explodiert.<br>Nicht: Nur noch über die Kinder sprechen.</p>



<p>Sondern: Gemeinsames Ringen. Gemeinsames Wachsen. Gemeinsames Fehler machen – und wieder aufeinander zugehen. Unterstützung suchen.</p>



<p>Ich glaube, dass Elternsein eine der größten Chancen ist, Beziehung neu zu lernen. Persönlichkeitsentwicklung 2.0. Nicht weil es leicht ist – sondern weil wir gezwungen sind, hinzuschauen. Weil es uns ehrlich macht. Weil wir gar nicht anders können, als uns zu zeigen. Mit allem, was uns ausmacht.</p>



<p>Und ja, manchmal passt es nicht mehr. Manchmal ist eine Trennung heilsamer als ein Festhalten. Aber so oft erlebe ich: Wenn wir anfangen, wieder wirklich zuzuhören – dann wird etwas möglich. Etwas Echtes.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eltern sein. Paar bleiben. Echt werden.</strong></h2>



<p>Wenn du spürst, dass in deiner Beziehung gerade mehr Distanz als Nähe ist, mehr Organisation als Zärtlichkeit, mehr Wut als Verständnis – dann bist du nicht allein. Und es ist kein Zeichen von Scheitern. Sondern von Herausforderung. Von Entwicklung. Von Leben.</p>



<p><em>→ Du willst tiefer einsteigen? <a href="https://vaterherz.de/checkliste/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier findest du meine eine Checkliste</a>, um zu schauen, wo ihr genauer hinschauen könnt.</em></p>



<p>Beziehung ist keine Belohnung für gute Organisation. Sie ist ein tägliches Wagnis. Aber ein lohnendes.</p>



<p>Bleibt in Verbindung. Auch dann, wenn es schwierig wird.</p>



<p>Gerade dann. Jeden Tag neu.</p>
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		<item>
		<title>Bedürfnisorientierte Erziehung für Väter: Echtheit, Selbstreflektion, Intuition und neues Repertoire</title>
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		<dc:creator><![CDATA[c.vonnoh]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Oct 2023 16:38:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vater-Kind-Beziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Rolle des Vaters hat sich im Laufe der Jahre erheblich gewandelt. Väter von heute sind nicht mehr nur die Ernährer der Familie oder disziplinierte Autoritäten, sondern aktive und zunehmend bewusste Gestalter der kindlichen Entwicklung, zumindest wollen sie das sein. Wenn es um bedürfnisorientierte Erziehung geht, spielen Väter eine entscheidende Rolle für die Familienatmosphäre. Sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rolle des Vaters hat sich im Laufe der Jahre erheblich gewandelt. Väter von heute sind nicht mehr nur die Ernährer der Familie oder disziplinierte Autoritäten, sondern aktive und zunehmend bewusste Gestalter der kindlichen Entwicklung, zumindest wollen sie das sein. Wenn es um bedürfnisorientierte Erziehung geht, spielen Väter eine entscheidende Rolle für die Familienatmosphäre. Sie haben große Macht darüber, wie entspannt und respektvoll Beziehung gestaltet wird, auch wenn sie das oft so nicht wahrnehmen. Diese Form der &#8222;Erziehung&#8220; zu leben, hat für mich immer auch mit Haltung, mit Entscheidung und mit kontinuierlichem Lernen zu tun.</p>
<p>Um zu beschreiben, was ich unter einem &#8222;guten&#8220; Vater in der besonderen Herausforderung bedürfnis- und bindungsorientierter Elternschaft verstehe, möchte ich Dich auf 5 zentrale Punkte aufmerksam machen:</p>
<h3>1. <strong>Echtheit:</strong> Das authentische Vatersein</h3>
<p>Authentizität, auch wenn der Begriff ein wenig abgedroschen und ziemlich schwammig scheint, ist ein wesentlicher Schlüssel zur bedürfnisorientierten Erziehung: Ein guter Vater ist echt, hat ein wohlwollendes Bild von sich selbst und zeigt seinen Kindern, dass es in Ordnung ist, man selbst zu sein. Er lebt vor, wie man mit Gefühlen umgeht und wie man Schwierigkeiten bewältigt, ohne eine Maske aufzusetzen. Wir wissen, dass Kinder viel mehr durch unser Verhalten &amp; unsere Präsenz lernen, als wir je durch &#8222;pädagogisches Geplapper&#8220; vermitteln könnten. Gerade diese Stimmigkeit, zwischen dem, was bei uns spürbar ist und was wir sagen, ist es, was für mich Echtheit bedeutet. Gerade kleine Kinder spüren noch sehr gut, was in ihnen selbst und um sie herum vorgeht. Wenn sie dann von uns Begriffe und Bestätigung dafür bekommen, statt Ihnen ihre Wahrnehmung abzusprechen oder sie zu ignorieren, dann können sie ein gesundes und sicheres Verhältnis zu sich selbst entwickeln.</p>
<h3>2. <strong>Selbstreflektion:</strong> Der Weg zu mehr Bewusstsein</h3>
<p>Ein Vater, der es ernst meint, nimmt sich Zeit für Selbstreflexion, für Impulse von außen und für gemeinsames Lernen. Selbstreflektion ermöglicht es ihm, bewusster und bedürfnisorientierter zu handeln. Es zeigt seinen Kindern auch, dass Fehler und sich selbst zu hinterfragen wichtig sind, um zu wachsen. Umso bewusster ich mir bin, was meine Reaktion beziehungsweise mein Körper mir gerade sagen will, und je besser ich meine eigenen Grenzen und Bedürfnisse einschätzen kann, umso entspannter kann ich mit Konflikten in der Familie umgehen. Und umso klarer ich in dem werde, was gut für mich ist, desto sicherer kann ich meine Verantwortung in der Familie übernehmen.</p>
<h3>3. <strong>Ein liebevolles Repertoire:</strong> Vielfalt in der Erziehung</h3>
<p>Die wenigsten Väter dieser Generation hatten selbst Väter, die sie souverän und liebevoll in ihrer Entwicklung begleiten konnten. Oftmals haben diese Väter noch ganz andere Erfahrungen gemacht und sind bereits einen guten Schritt für uns weitergegangen. Dennoch sind viele (unbewusste) gewaltvolle Muster noch in und um uns, die sich gerade in der Überforderung zeigen können. Wir brauchen die Erfahrung von Alternativen, Ideen, wie es anders gehen kann, Impulse, die uns die Sicherheit geben, unserem Kind vertrauen zu lernen. Gerade wenn wir unsere Kinder liebevoller begleiten wollen, öfter wirklich präsent sein wollen, dann lohnt sich die Investitionen in den ersten Jahren: wenn wir eine wirklich vertrauensvolle Beziehung zu unseren Kindern aufgebaut haben, dann finden wir viel eher Möglichkeiten, Konflikte so zu lösen, dass alle ihre Würde behalten und respektvoll miteinander umgehen lernen.</p>
<h3>4. <strong>Intuition:</strong> Unsere Wahrnehmung schärfen</h3>
<p>Väter haben eine Intuition, ähnlich wie auch Mütter, die dazu oft einen besseren Zugang gefunden haben. Dieses Gespür für die Bedürfnisse ihrer Kinder, aber auch für sich selbst, ist ein wichtiger Bestandteil der bedürfnisorientierten Erziehung und einem echten, verbundenen Leben. Dabei geht es nicht um ständige Harmonie oder gar Perfektion, sondern eine hoherAufmerksamkeit für das, was unter der Oberfläche bei uns und unseren Kindern in Bewegung, gerade da ist. Das kann die Wut sein, die wir lange Zeit nicht bemerken und die sich erst in eskalierenden Konflikten &nbsp;entlädt. Oder die Traurigkeit, die die letzten Jahre keinen Platz gefunden hat, weshalb wir sie auch bei unseren Kindern gerade nicht gut aushalten können. Aber auch eine Ahnung davon, was es eigentlich in meiner Partnerschaft bräuchte, wenn ich sie in letzter Zeit im Funktionieren aus den Augen verloren hätte.</p>
<p>Ein Vater, der lernt, auf seine Intuition zu hören, lernt vor allem, gut für seine eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu sorgen, um dann umso achtsamer bei seinem Kind oder seiner Partnerin zu sein. Doch wir haben oft verlernt, auf unsere Intuition zu hören oder denken, dass es gerade die unerwünschten, aggressiven Impulse sind, die wir damit verknüpfen. Es kann sein, dass alte (gewaltvolle) Muster erst einmal hinderlich sind. Doch, umso mehr wir über uns und unser Verhalten lernen, umso bewusster wir also werden, umso mehr kann auch die Intuition in der Begleitung unsere Kinder wirken.</p>
<h3>5. Mut: Annehmen und gestalten</h3>
<p>Um Dinge anders zu machen, als wir es vielleicht gelernt haben, braucht es am Ende auch den Mut, Dinge neu auszuprobieren, sich verletzlich zu zeigen und die Erfahrung des Scheiterns zu integrieren. Es bedeutet, Erziehung neu zu denken. Zu akzeptieren, dass das gesamte Umfeld möglicherweise anders mit ihren Kindern umgeht. Es bedeutet aber auch, das anzunehmen, was im Moment noch nicht gelingt, was schmerzvoll ist und wütend macht. Nur dann kann ich mich weiterentwickeln, wenn der Status Quo erst einmal Berechtigung hat und ich ihn nicht weiter verdränge.</p>
<p>Mut braucht es hier auch, weil ich möglicherweise ganz anders in meiner Familie oder in meinem Umfeld gestalten muss, damit ich so leben kann, wie wir und ich uns das wirklich wünschen, manchmal gegen viele Widerstände. Mut braucht es auch, um ehrlich und auf Augenhöhe, wesentliche Dinge endlich auf der Elternebene anzusprechen und auszuhalten, dass vielleicht im Moment noch keine gute Lösung da ist. Und Mut kann hier auch bedeuten, dass ich mir erlaube, weniger zu machen statt mehr &amp; wirklich präsent zu sein, wahrzunehmen, worum es eigentlich geht und auf diesem Fundament liebevoll zu begleiten.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Ein guter Vater, der bedürfnisorientierte Erziehung lebt, nimmt sich selbst und seine liebevolle Macht ernst. Er vertraut auf seine Intuition, ist echt, verletzlich und aus dieser Kraft heraus klar und verbunden. Sein Repertoire an respektvoller Alltagsgestaltung mit seinen Kindern wächst mit der Zeit, und er schafft bewusst eine Umgebung, in der Vertrauen, Beziehung und Sicherheit im Vordergrund stehen. Bedürfnisorientiert Vater sein ist der Weg, Kinder in ihrer emotionalen Entwicklung zu unterstützen, sich selbst immer besser zu verstehen und eine liebevolle Beziehung ohne Strafen und Schimpfen zu gestalten. Bist du dabei?</p>
<p>Schau Dir gern auch meine aktuellen Angebote für Väter an.</p>
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		<title>Warum partnerschaftlich Eltern sein so wichtig ist</title>
		<link>https://carstenvonnoh.de/2023/07/20/warum-partnerschaftlich-eltern-sein-so-wichtig-ist/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[c.vonnoh]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jul 2023 11:44:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Augenhöhe]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine kampfgeprägte Stimmung zu Hause hält unsere Kinder in einer kontinuierlichen Unsicherheit, möglicherweise sogar in der Angst, einen von uns Eltern zu verlieren. Im schlimmsten Falle, und das passiert vor allem in jungen Jahren oft, übernimmt unser Kind die »Schuld« für die ständig angespannte Situation und lernt, dass irgendwas mit ihm oder ihr nicht in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 135">
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<p>Eine <strong>kampfgeprägte Stimmung</strong> zu Hause hält unsere Kinder in einer kontinuierlichen Unsicherheit, möglicherweise sogar in der Angst, einen von uns Eltern zu verlieren. Im schlimmsten Falle, und das passiert vor allem in jungen Jahren oft, übernimmt unser Kind die »Schuld« für die ständig angespannte Situation und lernt, dass irgendwas mit ihm oder ihr nicht in Ordnung sein muss.</p>
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<div class="page" title="Page 136">
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<div class="column">
<p>Wir haben alle Anteile von Mütterlichkeit und Väterlichkeit in uns und unsere Kinder brauchen jeden Moment der Nähe, der Aufmerksamkeit, der Sicherheit, den wir ihnen geben können. Verschwendet nicht die wichtigste Entwicklungszeit eurer Kinder mit eurem alltäglichen Kleinkrieg. Übernehmt stattdessen <strong>Verantwortung für euren Anteil an der Situation</strong>, reduziert den Druck und Stress auf eurer Seite und nutzt die zurückgewonnene Energie für das Wesentliche: eure Kinder und eine Kommunikation, die ihre Lebensumgebung verbessert! Wenn das nicht so einfach gelingt, holt euch <a href="https://carstenvonnoh.de/vater-coach-coaching-vaeter-eltern/" target="_blank" rel="noopener">Unterstützung</a>, setzt euch mit euch selbst auseinander und versucht den anderen zumindest in Ansätzen zu verstehen. Den anderen Elternteil erziehen zu wollen ist genauso wenig Ausdruck von Augenhöhe und Respekt, wie das auch in unserer Eltern-Kind-Beziehung der Fall ist.</p>
<p>Wie wir mit dem Menschen an unserer Seite beziehungsweise dem anderen Elternteil umgehen, macht wesentlich mehr <strong>Eindruck bei unseren Kindern</strong> als unsere Worte, Diskussionen und Schelte. Wir wissen alle, dass Kinder mehr durch unser Verhalten lernen als durch alle stolzen Erklärungen und Mahnungen, alles Geschimpfe und Geschrei.</p>
<p>Das gilt aber nicht nur direkt ihnen gegenüber, sondern genauso im <strong>Umgang mit unserem (Ex-)Partner</strong>, unserer (Ex-)Partnerin. Wenn wir uns von unseren Kindern wertschätzenden Umgang, Empathie und Vertrauen wünschen, wir ihnen aber auf anderen Ebenen regelmäßig den Gegenentwurf demonstrieren, wird das womöglich ein schwieriges Unterfangen.</p>
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<div class="page" title="Page 137">
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<div class="column">
<p><strong>Nichts ist wichtiger als die durch die Eltern geprägte Atmosphäre zu Hause.</strong></p>
<p>Kinder begreifen sich als Mix von Vater und Mutter! Daher verletzt jedes böse Wort gegen einen von beiden immer auch sie selbst. Streits und Trennungen verursachen Schmerz, bei uns als Elternteil, aber auch und gerade bei unseren Kindern. Verstärken wir diesen Schmerz nicht noch dadurch, indem wir der/dem anderen unnötig weitere Verletzungen zufügen. Jedes Beschimpfen und Schlechtreden tut genau das. Unsere Wut, die Trauer und vielleicht auch der Hass müssen einen anderen Platz finden, haben oft mehr mit uns als mit dem Gegenüber zu tun. Unsere Kinder dürfen da- für nicht die unbeabsichtigten Adressaten werden.</p>
<p>Unser Kind wird damit immer wieder an seine Grenzen gebracht, überfordert durch den Loyalitätskonflikt, die Unsicherheit, einen von beiden möglicherweise zu verlieren, und den eigenen Schmerz.</p>
<p>Gerade als jemand, der oft in Trennungssituationen mit Familien arbeitet, ist mir bewusst geworden, wie wertvoll der regelmäßige Versuch, sich die Situation des anderen Elternteils vorzustellen, sein kann: dabei Ideen zu entwickeln, warum die Situation so ist, wie sie ist, den anderen vielleicht etwas zu verstehen, trotz aller negativer Gefühle, die es da gibt. So wie wir nicht wollen, dass jemand respektlos über uns spricht, sollten auch wir damit begin- nen, respektvoll übereinander zu sprechen. Das kann nur funktionieren, wenn wir selbst Verantwortung für die aktuelle Situation, für uns und unsere Kinder übernehmen!</p>
<p><strong>Eure Kinder lernen jeden Tag von dem, was sie hören, sehen und erleben.</strong> Es ist unsere Verantwortung, in welcher Atmosphäre sie das tun und welches Beispiel sie im Umgang mit anderen, geliebten Menschen bekommen! Wir Eltern müssen nicht an einem Strang ziehen, denn Kinder können sehr gut mit unter- schiedlichen Stilen umgehen und sich auf die Eigenheiten des an- deren Elternteils einstellen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass unsere Kinder gerade durch dieses erweiterte Spektrum profitie- ren und mehr Möglichkeiten sehen, wie Zusammenleben, Kon- fliktlösung und Beziehung aussehen kann. Umso klarer wir für uns als Vater (aber auch als Mutter) wissen, was uns wichtig ist und worauf wir verzichten wollen, umso klarer und überzeugen- der wird die unterschiedliche Herangehensweise des anderen Elternteils.</p>
<p>Dies ist ein Auszug aus meinem <strong>Buch &#8222;Up to Dad&#8220; im Beltz-Verlag</strong> (Copyright 2021). Du willst mehr? <a href="https://amzn.eu/d/4t7v6Gr" target="_blank" rel="noopener">Hier geht es direkt zum Buch</a>.</p>
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